Ausgangslage und Zielsetzung
Die in mehreren internationalen Vergleichsstudien aufgedeckte geringe
Nachhaltigkeit des deutschen Mathematikunterrichts veranlasst das Institut
für Kognitive Mathematik der Universität Osnabrück ein
Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Verbesserung des Mathematikunterrichts
aufzulegen. Partnerschule ist die Realschule in Georgsmarienhütte.
Ziel ist es die Nachhaltigkeit dadurch zu verbessern, dass das bei vielen
Schülern sonst nur fragmentarisch vorhandene mathematische Wissen
unter einem einheitlichen Gesichtspunkt geordnet und dadurch die Zugriffsmöglichkeit
auf dieses Wissen verbessert wird. Erreicht werden soll dieses sowohl
durch eine Veränderung in der stoffdidaktischen Ausrichtung als auch
durch eine Verbesserung der Unterrichtskultur.
Geplante Maßnahmen
Die im üblichen Mathematikunterricht in unterschiedlichen Sachgebieten
verstreuten Wissensbestände und Kompetenzen sollen dadurch unter
einem einheitlichen Gesichtspunkt geordnet werden, dass der Funktionsbegriff
als universell einsetzbares Werkzeug zur präzisen Darstellung von
intuitivem Wissen aufgebaut wird. Bei der mathematischen Beschreibung
von Anwendungssituationen soll der zu modellierende Sachverhalt mit Hilfe
von Funktionsdarstellungen ausgedrückt werden. So wird das Denken
in Funktionen gestärkt und für die Schüler zu einem kognitiven
Werkzeug. Diese kognitionstheoretisch orientierte Strukturierung weiter
Teile der Schulmathematik unter einer einheitlichen Leitidee wird ergänzt
durch kognitionstheoretisch konzipierte Aufgaben. Vorstellungen und Fehlvorstellungen
der Schüler sollen so nach außen gekehrt und die Schüler
zu metakognitiven Aktivitäten angeregt werden. Dies erlaubt auch
individuell abgestimmte Fördermöglichkeiten. Solch eine neue
Aufgabenkultur ist Grundlage für eine diskursive Unterrichtsführung,
bei der Kommunikationsprozesse zwischen den Schülern im Vordergrund
stehen. Diese Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität
unterstützen durch die stärkere Betonung von Prozesskompetenz
in besonderem Maße die Reformbemühungen, wie sie in den Bildungsstandards
formuliert sind.