Neue Osnabrücker Zeitung
19. März 2001

ALLE HÄNDE VOLL mit der Auswertung der Bewerbungen für die Zwergen-Mathe-Olympiade zu tun:
Prof. Dr. Inge Schwank und die Studentinnen Kerstin Brüggemann sowei Anke Becker (v. r.).

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Zahlen zum Mampfen für die Mathe-Olympiade

Grundschulwettbewerb kommt riesig an
- Pfiffige Arbeiten

Von Jens Lintel

Land unter am Forschungsinstitut für Kognitive Mathematik der Uni Osnabrück: Bei der "Zwergen"-Mathe-Olympiade, die die Wissenschaftler erstmals für die Grundschulen in Osnabrück ausrichten (wir berichteten), sind so viele Bewerbungen eingegangen, dass die Initiatoren kaum noch mit der Auswertung nachkommen.
Die Kinder haben Rechenspiele gebastelt und Geschichten zum Thema Mathematik geschrieben, es gibt Mathe-Gedichte, ein Mathe-Haus mit ganz vielen Übungsaufgaben, selbst ein Ziffern-Mobile und "Zahlen zum Mampfen" (Zahlen-Kekse) sind dabei. Zahlen-Ostereier haben die Kinder gebastelt, Mathe-Uhren, sogar aufwendige Rechenschieber sind entstanden. "Wir haben mit Bildern und Geschichten gerechnet - dass die Kinder aber auf so viel tolle Einfälle kommen, hätten wir niemals erwartet", sagen die Mathematikdidaktikerin Prof. Dr. Inge Schwank und ihre Studentinnen, die von der Resonanz auf ihren Wettbewerb doppelt überrascht worden sind. Bereits die Zahl der beteiligten Klassen übertrifft die Erwartungen - mit der Anmeldungsflut, die kaum in zwei große Räume des Forschungsinstituts passt, hat jedoch niemand gerechnet.
"Wir hatten uns auf ein bis drei Arbeiten pro Klasse eingestellt - nun haben wir ein Vielfaches davon", stöhnen die Wettbewerbsmacher, die sich damit eine Heidenarbeit eingehandelt haben, denn alle Arbeiten müssen für die Präsentation im Internet aufbereitet werden. Das Versprechen, wirklich jede der Bewerbungen auf den Webseiten des Instituts zu zeigen, wollen die Initiatoren aber auf jeden Fall halten. Außerdem sollen in der Bewerbungsrunde nun mehr als die zwei Preise vergeben werden, die ursprünglich vorgesehen waren. "Die Kinder haben sich solche Mühe gegeben, deswegen wollen wir zusätzliche Preiskategorien für die Bewerbungsrunde einführen", sagt Inge Schwank. Wann die Arbeiten aus der Vorrunde prämiert werden, steht noch nicht fest, da die Auswertung noch läuft.
Einige Mathelehrer hatten bei der Vorstellung des Wettbewerbs Befürchtungen geäußert, dass es die Kinder überfordern könnte, wenn sie ihrer Kreativität in Mathe freien Lauf lassen sollen. "Bei diesem Niveau der abgelieferten Arbeiten soll noch einer sagen, dass Drittklässler so etwas allein nicht können", meint dazu Studentin Anja Knochenwefel. Die Befürchtung der Initiatoren, dass deutlich mehr Jungen angemeldet werden, hat sich nicht bewahrheitet: "Wir haben eine fast ausgewogene Geschlechterverteilung, es gibt sogar eine Klasse, aus der zwei Mädchen kommen", sagt Prof. Inge Schwank.
Gerade Mädchen in Mathematik zu stärken, ist eines der Ziele des Mathewettbewerbes, den die Didaktiker von der Uni Osnabrück als eine der ersten Veranstaltungen dieser Art bereits für Grundschulen ausrichten. Die spielerische Auseinandersetzung mit Mathematik soll Spaß am Rechnen wecken und Hemmnisse vor dem vermeintlichen Angstfach abbauen. Hinzu kommt, dass "spielend-kreatives" Lernen einer großen Gruppe von Kindern sehr entgegen kommt. Sie begreifen nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler Mathe so viel leichter als mit herkömmlichen Unterrichtskonzepten.
Die Mathe-Olympiade findet am 19. Mai in der Johannisschule statt. Infos gibt es auf den Webseiten der Mathematikdidaktiker, auf denen ab Anfang der kommenden Woche auch die Bewerbungsarbeiten der Kinder besichtigt werden können:
www.ikm.uni-osnabrueck.de/aktivitaeten/zmo-2001/zwergen-mathe-olympiade.html.

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Copyright: Institut für Kognitive Mathematik - Universität Osnabrück
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Letzte Änderung: 20. März 2001