Eine Präsentation der deutschen Realschulen im Internet
Universität Osnabrück
Sommersemester 2000
Seminar: Informations- und Kommunikationstechnologien
Dozentin: Frau apl. Prof. Dr. Inge Schwank
vorgestellt von: Nicola Brandt
Inhaltsverzeichnis
Die Präsentation der deutschen Realschulen
im Internet
A) Einführung
in das Informationssystem „Bildungsserver“
B) Die August-Bebel-Schule
C) Die Dannewerk-Realschule
D) Die Gertrud-Bäumler-Realschule
E) Die Bleickenschule
F) Die 1. Mittelschule
Leipzig
Schlußbemerkung
Die Präsentation der deutschen Realschulen im Internet
Das Internet spielt inzwischen auch in
Schulen eine immer größere Rolle. Im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften,
Informatikstunden oder einfach freiwillig erstellen SchülerInnen meist
unter Anleitung eines Lehrers umfangreiche Homepages sowie Schülerzeitungen,
die über das World-Wide-Web jedem zugänglich gemacht werden.
Motivationsfaktor zu einer solch zeitaufwendigen
Arbeit ist häufig die Initiative „Schulen ans Netz“ (SAN) des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom
AG. Das Projekt dient dem Kennenlernen der neuen Kommunikationstechnologien
und deren Nutzung im Unterricht, und zwar anhand der Erstellung einer eigenen
Homepage sowie der Kooperation mit Nachbarschulen und Institutionen.
Die Präsentation einer Schule im
Internet dient immer mehr auch zu Werbezwecken, um neue Schüler anzuziehen
bzw. die Schülerzahlen möglichst hoch zu halten. Deshalb werden
immer aufwendigere Mittel und Effekte eingesetzt, um die Homepage interessanter
zu gestalten. Fotos der Schule, geschichtliche Hintergründe, Schulangebote
und eine Darstellung der Umgebung gehören längst zum Standardprogramm.
Unterschiede findet man im Umfang sowie natürlich in der Aufmachung
(Animation).
Vor diesem Hintergrund habe ich fünf
unterschiedliche Schulen ausgewählt und möchte im folgenden deren
Besonderheiten in der Präsentation vorstellen.
A) Einführung in das Informationssystem „Bildungsserver“
Die Einstiegsadresse lautet www.bildungsserver.de.
Bei meiner Arbeit habe ich gemerkt, wie sinnvoll das dort abrufbare Angebot
an Informationen für zukünftige Lehrer sein kann. Unter dem Menüpunkt
„Schulen im Web“ findet man die Ausgangsseite für meine Darstellungen.
Hier trifft man nicht nur auf deutschsprachige Schulen in aller Welt, die
mit einer eigenen Homepage im Netz vertreten sind, sondern z.B. auch auf
eine Kontaktbörse für Klassenbrieffreundschaftsgesuche oder direkte
Links zu allen Schulbuchverlagen.
Im Bereich Deutschland kann man die Suche
z.B. eingrenzen auf ein beliebiges Bundesland sowie gleichzeitig auf eine
gewünschte Schulform (ich beließ es bei Deutschland, wählte
aber die Realschulen aus). Aus diesem Befehl erhält man zur Zeit 754
Einträge, die alphabetisch geordnet auf 26 Seiten zu finden sind.
Vor dem Schulnamen findet man jeweils ein Haus als Zugang für die
Homepage, ein Informations-i als Zugang für die genaue Anschrift und
Telefonnummer sowie vereinzelt auch einen Hinweis auf einen separaten Direktzugang
in die Schülerzeitung (häufig ist letzterer nur über die
Homepage vorgesehen).
Die erste von mir gewählte Schule
war die „August-Bebel-Schule“ in Boizenburg an der Elbe (www.schulweb.de/i/1924600).
Man landet auf einer Ausgangsseite mit Stichworten, Bildern und Flaggen.
Zusätzlich ist links auch noch ein immer präsentes Auswahlmenü
mit denselben Punkten zu sehen.
Mit einem Klick auf verschiedene Fahnen
kann man die Sprache einstellen: es gibt deutsch, englisch, französisch
und sogar russisch. Später wird man unter dem Schlagwort „Erfahrungen“
darüber informiert, daß noch 1997 alle Artikel nur auf deutsch
zu lesen waren. Danach wurden einige ausgewählte mehrsprachig ins
Netz eingestellt, und ab 1998 ist die gesamte Präsentation durchgängig
4-sprachig abrufbar.
Unter „Wir über uns“ erhält
man in Form einer Diashow die Information, daß es sich bei den Verfassern
um SchülerInnen der 9. und 10. Klasse sowie einen Lehrer handelt.
Formal wichtig auch noch, daß der Internet-Zugang über den Anbieter
t-online erfolgt, vermutlich aber über den räumlich erweiterten
Privatzugang des Lehrers, denn sein Name taucht in der Adresse auf.
Inhaltlich gibt es nun die verschiedensten
Artikel. Unter „Reisen“ findet man sowohl Berichte von Klassenfahrten,
als auch von Privatreisen Einzelner oder dem Schüleraustausch mit
dem Ausland. Dabei ist das einheitliche Layout in Schriftgröße,
-art und -farbe zu erkennen. Zur Auflockerung sind Fotos eingescannt. Dieser
Stil zieht sich durch die gesamte Präsentation. Bei „Freizeit“ findet
man z.B. Beiträge über die BackStreetBoys, also zur Musikszene,
aber auch persönliche Einstellungen zu und Warnungen vor Drogen. Bei
„Interessantes“ gibt es einen Comic über die „Tücken der Technik“
anzuschauen, aber auch die Kultur wird mit „Wiederentdeckt - Der Barockaltar“
berücksichtigt. Unter dem Menüpunkt „Privat“ geht es z.B. um
„Liebe – Sex – Aids“, einem Aufklärungsartikel inklusive Quiz (mit
Lösungen). Und klickt man auf „Boizenburg“, erhält der Betrachter
einen Ortsplan mit Beschriftungen wahlweise zu Einkaufsmöglichkeiten,
Freizeiteinrichtungen oder Sehenswürdigkeiten (mit Fotos).
Was ich wirklich toll finde, sind direkte
Links zu anderen Seiten im Internet. Unter der Kategorie „Eltern“ gibt
es z.B. die Möglichkeit auf die Seite www.karriere.de zu gelangen,
um dort Jobangebote abzufragen. Des weiteren könnte man zu Autoan-
und -verkauf oder zu einem Online-Reisebüro kommen. Für Teens/Twens
liegen z.B. „Tips zum Bewerbungsschreiben“ oder „Best of Internet“ (eine
Art Suchmaschine) abrufbereit. Und für die Kids gibt es Links zum
Lego-Land oder auch zur Homepage von Langnese. Ungeschickt ist dabei allerdings,
wenn man von der neuen Internet-Adresse mit der Back-Taste nicht wieder
auf die Seite der Schule zurückgelangen kann.
Anmerken möchte ich an dieser Stelle,
daß es sich bei der Internet-Präsentation der August-Bebel-Schule
eher um eine Homepage als um eine Schülerzeitung im ur-sprünglichen
Sinne handelt, und das, obwohl ich von der ersten Übersicht der Realschulen
aus den Einstieg über die angeblich vorhandene Schülerzeitung
gewählt habe.
Die zweite ausgewählte Schule ist
die Dannewerk-Realschule in Schleswig. Hier beginne ich den Überblick
zunächst mit der Homepage (www.schulweb.de/i/2483700).
Auch dort findet man wieder ein Auswahlmenü. In den untergeordneten
Menüs kann man überall eine Schaltfläche „Home“ bedienen,
die zurück zur Ausgangsseite, der Homepage, führt.
Wie üblich gibt es ein Foto der Schule,
das per Mausklick zu weiteren Bildern von den Fachräumen führt
(Werbung!). Weiterhin gibt es den „SAN-Bericht“ (Schulen ans Netz, s.o.).
Darin findet man eine (hier) grün hinterlegte Internet-Adresse einer
ande-ren Schule. Durch Anklicken würde man sofort auf die Homepage
dieser Schule geleitet. Dieses System nennt sich „SchulWeb-Ring“. Eine
Schule verweist jeweils auf eine andere, so daß sich eine Kette bzw.
im Endeffekt ein Ring ergibt. Zunächst als Rechtschreibfehler interpretiert
habe ich die Schaltfläche „Intranet“, das sich aber als „Internes
Schulinformationssystem“ entpuppte. Über eine Indexleiste mit den
Buchstaben des Alphabets gelangt man zu schulbezogenen Mitteilungen über
z.B. die Sportangebote, die Arbeitsgemeinschaften oder die Richtlinien
der Orientierungsstufe. Daß diese Seite noch in Arbeit ist, erkennt
man daran, daß auch Stichworte, die mit dem Hinweis „nur für
den internen Gebrauch“ versehen sind, noch eingesehen werden können.
Wie anfangs angesprochen gibt es von der
Homepage auch eine Möglichkeit in die Schülerzeitung zu gelangen.
In diesem Falle heißt das Werk „hotpens“. Auf diese Seite hätte
man eben auch sofort von der Ausgangsmaske der aufgelisteten Real-schulen
gehen können. Hieran sieht man aber, daß doch mehr Schulen Zeitungen
aufweisen können als in besagter Übersicht per Symbol ausgezeichnet
sind, man erreicht sie aber erst über einen Link auf der Homepage.
Bei den „hotpens“ fällt der erste
Blick auf einen Index der aktuellen Zeitungsausgabe. Mit einigen einleitenden
Sätzen und einem Bild wird jeder Artikel angepriesen, und per Klick
kann man ihn lesen. Ansonsten gibt es noch das „hotpens-Archiv“. Darin
sind alle bisher veröffentlichten Beiträge gesammelt, noch immer
abrufbar und wiederum per Buchstabenleiste schnell zu finden.
Hier handelt es sich also um eine Schülerzeitung
im typischen Stil, mit Inhalten wie Musik, Fernsehen, Schulausflüge,
Lehrer des Jahres, etc.
D) Die Gertrud-Bäumler-Realschule
Die Gertrud-Bäumler-Realschule liegt
in Gelsenkirchen. Der Anbieter der Webside ist aol.com, wobei der Zugang
offensichtlich über den Schulnamen läuft, nicht etwa über
eine einzelne Lehrkraft. Von der Homepage (www.schulweb.de/i/4587900),
deren erste Seite meiner Meinung nach überhaupt nicht dem Stil der
sonstigen Aufmachung entspricht, gelangt man über „Aktivitäten
und Termine“ und einem weiterführenden Link auf die Schülerzeitung
„Einstein“.
Unter dem ersten Menüpunkt „Einstein
aktuell“ findet man die neueste Ausgabe der Zeitung. Bemerkenswert ist
darin z.B. der Artikel über die Sonnenfinsternis mit gelungenen Fotos.
Der sonstige Inhalt des Werkes besteht aus den üblichen Artikeln über
schulinterne Berichte und Informationen, Musik und Sport. Hinter der nächsten
Schaltfläche „Vorschau“ verbirgt sich ein reiner Themenüberblick
für die nächste Ausgabe. „Wir über uns“ dient der Einordnung
der VerfasserInnen: Zu jedem Redaktionsmitglied gibt es eine kleine persönliche
Vorstellung sowie ein Einzelfoto. Dabei fällt auf, daß alle
Beteiligten aus der 8. bis 10. Klasse kommen und seltsamer Weise alle weiblich
sind. Am Ende klärt sich dieses letzte Rätsel auf: die Gertrud-Bäumler-Realschule
war bis vor kurzem noch eine Mädchenschule. Interessant ist sicherlich
auch die umfangreiche „Albert-Einstein-Bildergalerie“. Sehr ungewöhnlich
ist der letzte eigene Menüpunkt „zu den Kollegen“. Hinter ihm verstecken
sich direkte Links zu vielen anderen befreundeten (?) Schulen. Nette Geste,
denn eigentlich möchte man den Internet-Besucher ja auf der eigenen
Seite halten.
Hinter dieser Zeitung verstecken sich
also fast alles dauerhafte Darstellungen, nur die ersten beiden Punkte
(„Einstein aktuell“ und „Vorschau“) werden in jeder Ausgabe aktualisiert.
Die Bleickenschule ist eine Europaschule
in Cuxhaven für die Schulformen Orientierungsstufe und Hauptschule
(www.schulweb.de/i/2747200). Ich
habe sie wegen ihrer inhaltlichen Besonderheiten in diesen Rahmen mit aufgenommen.
Alle Texte sind in den Sprachen Spanisch,
Portugiesisch, Englisch und Deutsch lesbar. Das liegt daran, daß
sowohl die Europäische Union als auch das Land Niedersachsen diese
Zusammenarbeit in Form von Zuschüssen fördern. Hintergrund ist
ein Projekt mit längst nicht nur technischen Konzepten. Für alle
Beteiligten wird das Kennenlernen fremder Kulturen dazu beitragen, daß
die SchülerInnen Toleranz und Respekt anderen gegenüber entwickeln.
Außerdem werden sie auch über die eigene Kultur nachdenken müssen
und sie dadurch bewußter erleben. Durch Übernahme von Verantwortung
in der Projektarbeit sollen das Selbstbewußtsein und die Fremdsprachenkenntnisse
erweitert und verbessert werden (e-mail-Austausch, Online-Zeitung). Natürlich
ist aber auch der produktive und kreative Faktor bei der Auseinandersetzung
mit den neuen Technologien für die Zukunft sehr nützlich.
Bei der Zusammenstellung der Partnerschulen
wurde außerdem auf die Homogenität geachtet. Ilhavo (Portugal),
Vigo (Spanien) und Cuxhaven liegen alle an der Küste. Die Städte
sind fast gleich groß und haben mit Tourismus, Kurbetrieb, Fischerei
und Fischindustrie viel gemeinsam. Viele in Cuxhaven wohnende portugiesische
Familien stammen aus der Gegend von Ilhavo; für die spanischen Familien
gilt das gleiche in Bezug auf Vigo.
Aus der intensiven Zusammenarbeit sind
viele Projektideen entstanden und verwirklicht worden. Auf der Homepage
sind sie wie auch einige andere Ankündigungen mit kleinen Animationen
(nett für den optischen Eindruck) hervorgehoben.
In einem „Gästebuch“ können
Kommentare des Webside-Besuchers vorgenommen werden; darunter kann man
die bereits von anderen eingegangenen Meinungen nachlesen. Persönlicher
kann es unter „Kontakte“ werden. Dort gibt es eine lange Liste von Korrespondenzwünschen
aus allen drei teilnehmenden Ländern mit außerschulischen Personen.
Bei weiterem Anklicken erhält man detailliertere Informationen über
den Bewerber.
Und schließlich komme ich zu den
bereits angedeuteten „Online-Schülerzeitungen“. Die Redaktion besteht
aus SchülerInnen der Orientierungsstufe und einer Lehrerin. Bislang
liegen seit 1998 fünf verschiedene Ausgaben vor, wobei die letzte
allerdings noch im Aufbau ist. Über diese Zeit hinweg kann man keine
auffälligen Veränderungen hinsichtlich der Aufwendigkeit des
Layouts feststellen. Letzteres ist ohnehin völlig verschieden. Es
scheint, als ob jeder Schüler seinen Artikel nach eigenem Wunsch gestalten
durfte. Zusätzlich zu diesen Zeitungen, deren Inhalt die üblichen
Themen sind, gibt es noch das „Online-Newspaper Babylon“. Dabei handelt
es sich um ein mehrsprachiges Diskussionsforum, in dem man sowohl auf Meinungen
anderer eingehen bzw. seine eigene äußern als auch neue Diskussionsthemen
vorschlagen kann. Dies ist sicherlich eine gute Möglichkeit dem oben
genannten Ziel des Kulturverständnisses näher zu kommen.
Insgesamt ist die Homepage extrem aufwendig,
diversifiziert und informativ gestaltet, obwohl man fairer Weise sagen
muß, daß es sich im Vergleich zu anderen Schulen weder um eine
normale Schulform noch um eine normale Förderung handelt und es aus
diesem Grund schlichtweg viel zu berichten gibt. Trotzdem hat sich die
Schule mit Ideen wie dem Gästebuch, dem Diskussionsforum oder der
Kontaktliste viel einfallen lassen.
F) Die 1. Mittelschule Leipzig
Um die vorher beschriebenen Präsentationen
noch hervorzuheben, möchte ich mit der 1. Mittelschule in Leipzig
zum Schluß ein Beispiel geben, wie Homepages auch sehr einfach gestaltet
werden können (www.schulweb.de/i/410302).
Die Darstellung besteht genau aus fünf
Seiten, die keine eigenen Untermenüpunkte besitzen. Auf einem farbig
sehr aufdringlichen (ablenkenden) Hintergrund geht es wirklich nur um eine
reine Präsentation der schulischen Angebote, des Anfahrtsweges sowie
der wissenswerten Daten des Alltags. Klickt man auf die letzte Schaltfläche,
findet man einen möglichen Grund: die Schule wird mit Ende des laufenden
Schuljahres geschlossen.
Dieses letzte Beispiel sollte nicht der
Abschreckung dienen, denn auch dahinter stecken sicherlich viele Stunden
Arbeit. Zudem gibt es immer erst einen Anfang, und der ist bekanntlich
schwer.
Dagegen wollte ich mit der Vorstellung
der unterschiedlichen Schulen die vielfältigsten Möglichkeiten
aufzeigen wie man eine Homepage gestalten kann. Außerdem sollte sie
als Anregung für Ideen und Besonderheiten hinsichtlich der Inhalte
und der Animationsmöglichkeiten dienen.
Für mich war es zumindest sehr interessant,
wie zahlreich Schulen überhaupt schon im Internet vertreten sind,
denn zu meinen Schulzeiten gehörte dieses Medium noch nicht zum Alltag.