Verbesserung der mathematikdidaktischen Ausbildung
durch den Einsatz eines

MUltimediabasierten Mathematikdidaktischen Analyse-Systems

Projektleitung: Prof. Dr. Elmar Cohors-Fresenborg
&
Prof. Dr. Inge Schwank

Laufzeit: 01.08.1997 - 31.12.2000
Finanzierung: Nieders. Ministerium für Wissenschaft und Kultur / HSP III

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Überblick, Projektbeschreibung, Projektdurchführung
 
Überblick
Volbild Das Problem
Unterricht - analysieren - verstehen
Vollbild Die Idee
MUMAS verwaltet Wissen über konkrete Unterrichtsereignisse mit den Mitteln einer multimedialen Datenbank
Vollbild Umsetzung
Unterrichtsszenen werden im Analysemodus in Bild, Ton und Transkription zur selbstgesteuerten, detaillierten Betrachtung präsentiert
Vollbild Eingabe
Im Eingabemodus werden die Ergebnisse aus den Unterrichtsinterpretationen in vielfältigen Kategorien erfaßt
Vollbild Suche
Im Suchmodus können Unterrichtsszenen nach gemeinsamen Aspekten zusammengestellt werden, um z. B. Entwicklungen im Unterricht zu verfolgen oder vergleichende Analysen durchzuführen
 
 
Projektbeschreibung


Ziel des Projektes ist eine Verbesserung der mathematikdidaktischen Ausbildung durch den Einsatz eines MUltimediabasierten Mathematikdidaktischen Analyse-Systems (MUMAS).

Der Konzeption des Projektes liegen folgende Überlegungen zugrunde:

  • Bei der fachdidaktischen Ausbildung von Lehramtsstudierenden entsteht das Problem, wie man sie von der Nützlichkeit der Ergebnisse fachdidaktischer Forschung für die Analyse und Konzeption von Unterrichtssequenzen überzeugt.

  • Es ist bekannt, daß Studierende ihr Bild von der zukünftig von ihnen einzunehmenden Lehrerrolle stark an den eigenen Erfahrungen von Unterricht orientieren und sich damit Einstellungen und Verhaltensweisen tradieren.

  • Es müssen daher neue Erfahrungswelten geschaffen werden, um diesen Circulus Vitiosus aufzubrechen.

  • Die bisherige Gymnasiallehrer-Ausbildung im Fach Mathematik legt den Schwerpunkt, auch der fachdidaktischen Ausbildung, oft auf die Analyse der Inhalte des Mathematikunterrichtes.

  • Neuere mathematikdidaktische Forschungen haben aber gezeigt, dass der Schwerpunkt eher im Erarbeiten von mathematischen Denk- und Sichtweisen liegen muss. Dieses erfordert eine Neuorientierung des gymnasialen Mathematikunterrichts auf kognitionswissenschaftlicher Grundlage.


Vorgeschichte

In zwei Schulversuchen des Niedersächsischen Kultusministeriums (IAA, MSW, 1987-1995) konnte gezeigt werden, dass eine solche Neuorientierung zu einem tieferen Verständnis mathematischer Ideen durch Schülerinnen und Schüler beiträgt und infolge zu einer deutlich höheren Leistung und einer besseren emotionalen Einstellung zum Mathematikunterricht führt. Es hat sich gezeigt, dass eine solche Neuorientierung des Unterrichts nur von Lehrkräften erfolgreich praktiziert werden kann, die sich selbst in ihrer Auffassung von Mathematik und von Unterrichtsprozessen umorientiert haben.


Aufgabe

Es stellt sich nun die Aufgabe, diese Ergebnisse sowohl für die mathematikdidaktische Ausbildung von Studierenden als auch für die Referendarausbildung und Lehrerfortbildung nutzbar zu machen. Lehrerhandbücher, didaktische Aufsätze oder Vorlesungen reichen nicht aus, um in den Köpfen der Auszubildenden ein hinreichend tragfähiges mentales Modell der Vernetzung unterschiedlicher mathematischer Ideen und der Komplexität des Unterrichtsgeschehens entstehen zu lassen.


Neue Medien

Mit den bisherigen Technologien einer Verbindung von Textmaterial und ausgewählten Videosequenzen ist die Multidimensionalität des Problems nicht zu erleben und auch die Möglichkeit nicht gegeben, eine Unterrichtsszene, bzw. eine Folge von ausgewählten Unterrichtsszenen flexibel unter verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren und diese als Paradigma für Lehrerverhalten zu begreifen.

Es ist Aufgabe des Projektes, die in den o.a. Schulversuchen erarbeiteten und evaluierten Konzepte in multimedial dokumentierten Unterrichtssituationen zur Verfügung zu stellen und darauf ein interaktiv benutzbares System aufzusetzen. Es werden dazu passende Unterrichtssequenzen konzipiert, unterrichtet und auf Video aufgenommen. Das Rohmaterial der Unterrichtsmitschnitte wird nach einem zu entwickelnden Kategoriensystem analysiert und digital aufbereitet. Von wichtigen Szenen werden vollständige Transkripte erstellt und geeignete Schülerarbeiten (Hausarbeiten, Arbeitsblätter, Klassenarbeiten) digital repräsentiert. Es wird dann eine Vernetzung der Dokumente inhaltlich festgelegt und mit Techniken der Hypermedia-Programmierung am Ende ein komplexes mathematikdidaktisches Analysesystem erstellt.

MUMAS wird auf CD zur Verfügung gestellt werden mit dem Ziel, sowohl die mathematikdidaktische Ausbildung von Studierenden als auch die der Referendare in den Studienseminaren und von im Beruf stehenden Lehrkräften zu verbessern.
 

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Projektdurchführung


Realisierung

 



Copyright: Institut für Kognitive Mathematik, Universität Osnabrück
Letztes Update: 19. März 2002
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