Fächerübergreifendes Projekt:
Metakognitive und diskursive Aktivitäten als Indikatoren für Unterrichtsqualität (MeDUQua)
Fragen der Unterrichtsqualität sind zunehmend in den Blickpunkt fachdidaktischer Forschung aber auch der Qualitätssicherung im Schulwesen gerückt. Forschungen haben gezeigt, dass metakognitive und diskursive Aktivitäten als fächerübergreifende Indikatoren für Unterrichtsqualität eine wichtige Rolle spielen.
Aufbauend auf Vorarbeiten aus dem Institut für Kognitive Mathematik haben sich unter dem Dach des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Osnabrück Personen aus verschiedenen Bereichen von Universität und Schule zusammengefunden, um gemeinsam Fragen der Analyse, Bewertung und Verbesserung von Unterrichtsqualität zu bearbeiten.
Projektbeteiligte
Universität Osnabrück
Institut für Katholische Theologie:
Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, StR’ Nicole Baumeister, Magdalena Mund
Institut für Kognitive Mathematik:
Prof. Dr. Elmar Cohors-Fresenborg, apl. Prof. Dr. Christa Kaune, Eva Maria Gretzmann, Edyta Nowinska
Nieders. Landesschulbehörde
StD Klaus Eilert
Nieders. Schulinspektion
Priv.-Doz. Dr. Norbert Sommer
Studienseminare
OStD apl. Prof. Dr. Johann Sjuts
Lehrkräfte
StD Jürgen Bock, StAss’ Dr. Silke Kramer (Otto-Hahn-Gymnasium Springe)
Projektbeschreibung
Es wird untersucht, inwieweit sich für unterschiedliche Schulfächer gemeinsame Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Unterricht finden lassen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse metakognitiver und diskursiver Aktivitäten. Dazu werden mit videodokumentierten Unterrichtsbeispielen die metakognitiven und diskursiven Aktivitäten genauer analysiert und ihre Wirkungsmechanismen aufgedeckt.
Bisher wurde ein Kategoriensystem entwickelt und erprobt, mit dem detailliert metakognitive und diskursive Aktivitäten beim schrittweise kontrollierten Argumentieren – sowohl von Lehrenden als auch von Lernenden - im Mathematikunterricht klassifiziert werden können. Dazu gehören auch verschiedene Auswertungsmöglichkeiten, die die Herausarbeitung spezifischer Unterrichtsskripts ermöglichen. Die Anwendung dieses Kategoriensystems ist auf ganz unter-schiedliche Arten von Mathematikunterricht erfolgt, von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe.
Da schrittweise kontrolliertes Argumentieren ein Charakteristikum vieler Unterrichtskulturen ist, liegt es jetzt nahe, in einem nächsten Schritt auszuloten, inwieweit sich metakognitive und diskursive Aktivitäten in einem fächerübergreifenden Kategoriensystem adäquat erfassen lassen und solche Kategorisierungen Grundlage zur Beurteilung von Unterrichtsqualität sein können. Erste Tests mit Biologie-, Religions-, Deutsch- und Musikstunden sind erfolgversprechend verlaufen.
Langfristig soll die Frage untersucht werden, ob in einem an metakognitiven und diskursiven Aktivitäten reichhaltigerem Unterricht höhere Schülerleistungen erreicht werden.
Weitere Informationen:
Literatur
Cohors-Fresenborg, E. & Kaune, C. (2007): Kategoriensystem für metakognitive Aktivitäten beim schrittweise kontrollierten Argumentieren im Mathematikunterricht, 2. überarbeitete Auflage. Arbeitsbericht Nr. 44. Osnabrück: Forschungsinstitut für Mathematikdidaktik.